Allgemeine Fragen

1. Soll es Verbote geben?

Eines der wichtigsten Grundprinzipien in Sachen Kinderernährung lautet: Verbote sind verboten! Denn je öfter das Kind mit gut gemeinten Ratschlägen der Eltern seine Ernährungsvorlieben betreffend konfrontiert wird, umso mehr wird es sich dagegen wehren. Alles, was verboten ist, ist natürlich noch reizvoller. Erlauben Sie Ihrem Kind ab und zu den Griff in die Keksdose oder zur Schokoladentafel. Achten Sie aber gleichzeitig auf die konsumierten Mengen. Auf das richtige Maß kommt es an. Und gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

2. Darf mein Kind selbst bestimmen, was es isst?

Auf jeden Fall! Kinder haben einen sehr gut ausgeprägten Sinn für die Bedürfnisse ihres Körpers. Auch sie müssen lernen, was ihnen schmeckt und was nicht. Die Speisenfolge kann dabei in unseren Augen etwas seltsam sein, aber wenn ein Kind lieber vor der Hauptspeise Obst isst als nachher, dann ist das in Ordnung. Besonders beliebt bei Kindern sind kohlenhydratreiche Speisen wie Nudeln, Kartoffeln und Reis. In den Hintergrund tritt dagegen Fleisch, ganz den aktuellen Ernährungsempfehlungen entsprechend.

3. Ist unregelmäßiges Essen schädlich?

Kinder essen auch innerhalb einer Altersgruppe nicht gleich viel und wissen meistens selbst, wie viel ihnen gut tut. Ruhigere Kinder, die sich wenig bewegen und viel Lesen oder Fernsehen, brauchen weniger Energie als sportlich aktive Kinder. Bei jedem Kind schwankt die Energieaufnahme von Tag zu Tag und von Mahlzeit zu Mahlzeit beträchtlich. Was einem Kind bei einer Mahlzeit an Energie fehlt, holt es mit Sicherheit bei der nächsten nach.

4. Brauchen Kinder viel Flüssigkeit?

Im Organismus von Kindern ist noch mehr Wasser enthalten als bei einem Erwachsenen. Außerdem haben Kinder im Bezug auf ihre Körpergröße eine größere Körperoberfläche, wodurch auch mehr Wasser verdunsten kann. Aus diesen Gründen ist der Wasserbedarf bei Kindern höher. 3–6 Jährige sollten ca. 940 ml/Tag trinken. Tatsächlich werden aber meistens nur 500 ml–700 ml getrunken. Es ist wichtig, den Durst von Kindern zu stillen und ihnen ausreichend und jederzeit verfügbare Getränke anzubieten. Einige Eltern lehnen den Wunsch ihrer Kinder nach Flüssigkeit ab, weil sie befürchten, dass ihr Appetit darunter leiden könnte, was nicht richtig ist. Als Durstlöscher eignen sich am besten Wasser, Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte.

5. Mein Kind trinkt keine Milch, was kann ich tun?

Ihr Kind kann die Milch auch alternativ als Kakao oder Vanillemilch trinken oder aber mit Cornflakes oder Müsli verzehren. Wenn Ihr Kind die Milch in keiner dieser Formen trinken möchte, gibt es noch eine Reihe anderer Milchprodukte, die das Glas Milch ersetzen können, z. B. Joghurt, Topfenspeisen oder Sauer- und Buttermilchprodukte. Probieren Sie auch Mischungen verschiedener Produkte und geben Sie frische Früchte, Honig oder Nüsse dazu. Auch Milchreis, Grießbrei, Pudding oder Topfenauflauf sind eine Alternative zum herkömmlichen Milchkonsum.

6. Warum sind Milchprodukte für mein Kind so wichtig?

Milchprodukte enthalten wichtige Nährstoffe wie etwa Eiweiß und Calcium, die für die Entwicklung und Leistungsfähigkeit des Kindes sehr wichtig sind. Milcheiweiß ist besonders hochwertig, weil es vom Körper gut aufgenommen und verwertet werden kann. Milch ist außerdem der beste natürliche Calciumlieferant und damit essentiell für die Knochenentwicklung und für gesunde Zähne. Milch enthält viele essentielle Aminosäuren, die der Organismus für den Aufbau des körpereigenen Eiweiß braucht. Weiters dient Milch auch als Phosphor-, Zink- und Jodquelle.

7. Verschleimt Milch die Atemwege?

In keiner der bisher durchgeführten Studien zu diesem Thema führte Milch zu einer vermehrten Schleimproduktion der Atemwege. Das von manchen Menschen subjektiv empfundene Gefühl (vermehrter Speichel, Filmbildung auf der Zunge etc.) kann eventuell mit dem Fettgehalt von Vollmilch sowie typischen Mundgefühl beim Milchtrinken in Zusammenhang stehen. In Blindverkostungen wurde dieses Gefühl auch beim Verzehr von Sojamilch empfunden.

8. Wie kann man Kindern erklären, dass es gesunde und weniger gesunde Lebensmittel gibt?

Kinder haben im Allgemeinen noch keinen Bezug zu dem Begriff „gesundes Essen“ oder „gesunde Lebensmittel“. Eltern sollten daher auch auf eine Argumentation in diese Richtung bei ihren Kindern verzichten. Erst älteren Kindern und Jugendlichen kann erklärt werden, dass es durch jahrelange Fehlernährung zu späteren gesundheitlichen Problemen kommen kann.

9. Kommt Karies von zuviel Zucker?

Eine richtige Ernährung kann viel zur Zahngesundheit beitragen, wobei die Aussage, dass nur Zucker und Süßigkeiten Karies verursachen, falsch ist. Neben Süßem sind es auch alle anderen weichen und klebrigen Lebensmittel, die den Mundbakterien als Nahrung dienen und so die Kariesentstehung fördern. Langes Nuckeln am Fläschchen mit gesüßtem Tee oder Fruchtsaft ist vor allem für Kleinkinder ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Es ist also am besten, Süßes zu den Mahlzeiten zu essen und auf regelmäßige Mundhygiene zu achten.